Weltkriege und Sieger

Posted: 26th augusztus 2012 by georg in Egyéb

 

3. DIE DREI REGIME UNSERES ZEITALTERS.

Kurz Charakterisiert: Im liberale respektive pluralistische Gesellschaft ist das politische wie das ökonomische System fast schrankenfrei.

Der Faschismus oder Nationalsozialismus lässt die freie Marktwirtschaft gelten, führt aber die Staatsräson straff paternalisch – autoritär.

Im Bolschewismus oder Kommunismus ist, das Politische wie das Wirtschaftsgeschehen dem Diktat der Regierenden, oder dem Diktator untergeordnet.

Eine hoch entwickelte Ökonomie schafft die Wohlstandsgesellschaft, was die Voraussetzung der Demokratie oder Volksherrschaft ist. Erst dann entsteht für eine Geschichtsperiode der liberale Zeitgeist und damit parallel die Gleichheit der Bürger, die dann die Demokratie schafft. Ohne die ökonomischen und geistigen Voraussetzungen funktioniert die Demokratie nicht. Darum bleibt die Demokratie auf die Trägervölker, der Zeitprägenden Zivilisationen, beschränkt.

Auch die Demokratie, wie jedes andere System, bleibt nur ein Moment der Zeitgeschichte, wenn die Rechte und Pflichten des Bürgers gegenüber dem Staat sich die Waage halten. Wo die Pflichten überwiegen, existiert noch keine Demokratie. Wenn aber die Pflichten vernachlässigt und nur die Rechte beansprucht werden, herrscht die Anarchie.

Parlamentarismus oder Partokratie, statt Volksherrschaft wäre für das politische Regime dieses liberalen Zeitalters des passenden Terminus. Das Volk kann sich eigentlich selbst nicht regieren. Das Volk kann höchstens nach Mehrheitsbeschluss seine Regierenden wählen, eine Staatsführung, mit dessen Handeln die Mehrheit einverstanden ist.

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Sozialismus bedeutet Wohlfahrtsstaat oder Wohlfahrtsgesellschaft in einem eher utopischen als realen Gesellschaftssystem. Die Verwirklichung des Sozialstaates erfordert eine universelle und straffe Staatsführung, welche eine solidarische Staatsordnung, nach dem Motto: „Einer für alle, alle für einen“ durchsetzt und zwingt seiner Bürger zu Solidaritätsverhalten. Mit der Zeit freilich, für einen solchen Machtapparat, sind zwangsläufig die eigene Macht und die Staatsräson wichtiger, als die Volkswohlfahrt. Aus diesem Grund gehört der Sozialismus eher in eine mediävale Epoche, als ins 20. Jahrhundert. Den Sozialismus als politische Parole einzusetzen, ist dagegen in allen Zeiten genial.

Othmar Spann bezeichnet den Sozialismus als universelles Staatssystem, in welchem sich der Einzelne dem Gemeinwohl unterzuordnen hat. Die Demokratie als Gegenpol des Sozialismus, als individuelles Regime, welches dem Individuum weitgehende Freiheiten oft zu Nachteilen der Gesellschaft zusichert. Item nur eine straffe Staatsführung, die politische Paternalismus ist fähig die Schwachen von den Starken zu schüzten4. 4Der Gesetzgeber sollte die Schwachen vor dem Starken schützen! König Hammurapis Gesetz; entstanden währen der Blütezeit des Hochkultur im Zweistromlande.

Nationalismus und Liberalismus bedingen einander, sind Zwillinge. Sie sind nur zusammen existent! Oder der Intoleranz der Liberalextremismus, wurzelt nicht im gleichen Boden des Fanatismus wie der Nazismus5? 5Nazismus. Die eher apolitische deutsche Mehrheit kürzte die langen Namen den Parteien ab. Die Sozialdemokraten wurden zu Sozis, die Nationalsozialisten zu Nazis abgekürzt. Erst in den Konkurrenzkämpfen der Parteien wurden die Kürzungen eher abwertend benutzt. In der Angelsächsischen Welt wurde Nazi, bei den Sowjets Faschist für die nationale Ideale eintretenden eingebürgert. Worunter Kosmopoliten, wie Internationalisten des extremsten Chauvinismus respektive den intolerantesten Rassismus verstehen. Right or wrong6, 6Right or wrong – Recht oder schlecht.  der Nationalismus gehört nun einmal zum liberalen Zeitalter, wie die Demokratie, oder die liberale, freie, Marktwirtschaft.

9. ZWANZIG JAHRE WAFFENSTILLSTAND.

Im Mittelalter, als die Könige und ihre Vasallen mit ihren Söldnerheeren gegeneinander Krieg führten, war es dem einzelnen Söldner gleich, gegen wen oder wie lange sein Kriegsherr Krieg führte. Er wusste, wenn er sich zum Soldaten anheuern ließ: Ab jetzt ist der Krieg mein Handwerk. Da das Beutemachen sozusagen als Prämie zu seinem Sold gehörte, kam ihm sogar ein Kriegszug gelegen. Seit dem Grande Revolution¹ 1Grande Révolution, – die Revolution von 1789 in Frankreich. wurde in Frankreich und im Laufe des 19. Jahrhunderts in fast allen europäischen Ländern die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Jeder Mann wird um das zwanzigste Lebensjahr herum zum Soldaten ausgebildet, denn zur Reserve eingeteilt. Damit kann jede Großmacht innerhalb kurzer Zeit, eine Volksarmee von mehreren Millionen Soldaten mobilisieren. Zu einem Krieg muss der Bürger aber von seiner Arbeit, von seinem Broterwerb, geholt werden um Krieg zu führen. Dem Bürger, der im Sommer 1914 vermeintlich für ein paar Wochen mit Jubel in den Kampf zog, aber nach vier Jahren Elend dort stand, wo er den Krieg begann, mussten die Politiker irgendwie a posteriori motivieren, warum sie ihm all die Entbehrungen aufbürdeten, wozu der Bürger überhaupt Krieg führen musste.

Der Schuldige am Krieg ist jeher der Verlierer. Gleich welche Seite auch gewinnt oder verliert. Dies stand schon beim Kriegsbeginn fest. Außerdem musste der Verlierer Deutschland daran gehindert werden, jemals wieder einen Krieg durchstehen zu können. Ein über Siebzigmillionenvolk, welches sich – trotz allem – am Höhepunkt seiner geschichtlichen Entwicklung befand und dieser Zeit, jeden seinen europäischen Konkurrenten ökonomisch überragte.

Auch wenn Frankreich zu den Siegern zählte, war hier jedem Realpolitiker klar, dass Frankreich in der nächsten Zukunft alleine gegen Deutschland nichts ausrichten konnte. Der britische Partner war gleichzeitig der jahrhundertealte Konkurrent! Oder Feind? Zuletzt konnte niemand voraussagen, wie Frankreichs Interessen auf die Dauer in die britische Politik der Balance of power2 2Balance of power, – Ausgleich der Kräfteverhältnisse. hineinpassen würden. Weitsichtige Politik kümmert sich rechtzeitig um Verbündete und Clemenceau tat alles was in seiner Macht stand, für die künftige Sicherheit seiner Nation. Er installierte seine Satelliten: das wieder restaurierte Polen, die neu kreierten Tschechoslowakei und Jugoslawien, dann das auf das dreifache Größe aufgeblasene Rumänien in Deutschlands Rücken. Zuletzt forderte für Frankreichs Sicherheit die Rheingrenze. Der Rhein als Grenze zwischen Deutschland und Frankreich war seitens der Französischen Regierung zwar eine verständliche, aber sicherlich unüberlegte Forderung. Was hätte der französische Staat mit zehn-fünfzehn Millionen Deutschen innerhalb seiner Landesgrenzen anfangen sollen? Mit einer mindestens 25% Minderheit im Lande, die den französischen Staat ablehnen? Ein Fluss ist außerdem kein strategisches Hindernis, höchstens eine zeitweilige Demarkationslinie. Auch die Angelsachsen lehnten diese französische Forderung ab. Vor allem verstieß es gegen die Wilsondoktrin, womit Amerikas Herren ihren Landsleiten diesen Krieg aufzwangen. Anderseits wollten die Angelsachsen ebenfalls, den deutschen Konkurrenten so weit paralysieren, dass es ihnen nie wieder die Stirn bieten kann. Nie wieder „einen Krieg anfange“, wie es im Sprachgebrauch der Sieger hieß. Als wenn Letztere nicht ebensoviel Schuld an diesem Weltbrand gehabt hätten, wie die Verlierer!

100 Jahre vorher, als nach den Napoleonischen Kriegen der Wiener Kongress die Vorkriegsverhältnisse restaurierte, saß Talleyrand3 3Talleyrand Charles Maurice de, Fürst v. Benevent, Hrzg. v. T. Perigord u. Benevent 1754-1838. Napoleons Außenminister; nach Napoleons Niederlage wechselte er zu den Bourbonen über. für Frankreich als gleichberechtigter Partner am Verhandlungstisch. Alle Seiten konnten ihr Anliegen vorbringen. Dadurch wurde der Frieden zwischen den europäischen Nationen für 100 Jahre gesichert. Die Pariser Friedensschlüsse diktierten den Frieden, damit stifteten sie Chaos in Europa, vor allem in dem östlichen Mitteleuropa. Ordneten die Grenzen neu. Geschichtliche Tradition, Geopolitik, Demographie und Volksbegehren wurden einfach ignoriert4. 4Jahrhunderte alte, geographisch politische Einheiten wurden zerstört; anderseits Völker mit Jahrhunderte alten Gegensätzen in einem Staat eingepfercht. Während des zweiten Weltkrieges, dann in den 1990-er Jahren, tobten blutige Kriege mit ethnischen „Säuberungen“ in diesen Ländern. Die Slowaken traten aus Großtschechien bei den erstbietenden Gelegenheiten aus. Schließlich waren die Friedenstifter die gleiche Staatsmänner, welchen den Krieg zu verantworten hatten. Nebenbei zerstörten sie die Österreichisch Ungarische Monarchie, mehr den Ungarischen Zwillingsstaat, ohne sich um die südöstliche Verteidigung Europas zu kümmern. Nach dem sinnlosen Krieg begann das sinnlose Friedenmachen, das schließlich im nächsten Weltkrieg endete. Dann mussten Sieger und Besiegten, die Pariser Suppe gemeinsam auslöffeln.

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Demokratie und freie Marktwirtschaft bedingen einander. Nur eine florierende freie Wirtschaft schafft die Existenzgrundlage für eine Staatsform, die dem Individuum weitgehende Freiheiten und Entfaltungsmöglichkeiten einräumt; und dies ist eben die Demokratie. Nach diesem Schwarzen Freitag, vermuteten viele das Ende des kaum begonnenen liberalen Zeitalters. Rechte Ideologien boten einen Mittelweg zwischen Bolschewismus und Liberalismus an. Allmählich setzte sich in den meisten der europäischen Staaten ein eher autoritärer, als demokratischer Regierungsmodus durch. Der Duce schaltete die Opposition endgültig aus. In Italien herrschte die Einheitspartei der Faschisten. Österreichische Staatsmänner experimentierten mit dem Ständestaat, den ihr Landsmann, der Philosoph Spann, empfahl. In Griechenland, Jugoslawien, Portugal und Spanien wechselten die Regierungen zwischen Diktatur und Demokratie hin und her.

Trotz des verlorenen Krieges und allen Schwierigkeiten waren die Deutschen in den 30-er Jahren immer noch eine aufstrebende Nation, in der Fülle ihrer nationalen Entfaltung. Die Krise, die mehr als 6 Millionen Arbeitslose brachte, kam vom Ausland, von den Siegerstaaten, welchen die nationale Demütigung nach dem Kriege durchsetzten. Der Bürger musste sich an eine starke Hand wenden,  welche das Land aus der Misere führen werde. Dass die starke Hand zuerst einmal die Opposition ausschalten werde, musste halt in Kauf genommen werden. Das Redetalent Hitler25 25Hitler Adolf 1889-1945. Deutsch-österreichischer Politiker. Durch sein rhetorisches Talent schaffte er es, aus einfachen Verhältnissen kommend, zum Kanzler und Führer Deutschlands aaufzusteigen. Als Führer besaß er mehr Macht, als je ein deutscher Herrscher in der Geschichte.

Hitler musste wohl telepathische Fähigkeiten besessen haben. Bei einer Begrüßung schaute er seinem Gegenüber tief in die Augen. Das genügte! Die Meisten wurden dabei seine Anhänger. Eigentlich wollte er Architekt werden. Als der Krieg ausbrach, meldete er sich freiwillig zu den Waffen, wie so viele seiner Altersgenossen. Während des Krieges erhielt er -unter anderen Auszeichnungen- das Eiserne Kreuz. Die deutsche Kapitulation traf ihn im Lazarett; halb blind von einem Gasangriff. Nach dem Krieg im Jahre 1919 besuchte Hitler eine Versammlung der Deutschen Arbeiterpartei in München dort fasste er den entschluss Politiker zu werden und trat dieser Partei bei. Sein Redetalent machte ihn innerhalb zweier Jahre zum Vorsitzenden. Gleichzeitig wurde die Partei zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei umbenannt. Seine Partei unternahm 1923 ein Putschversuch gegen die Bayerische Regierung. Dafür bekam Hitler fünf Jahre Festungshaft. Hier hatte er Zeit, seine Ideologie niederzuschreiben und unter dem Titel „Mein Kampf“ herauszugeben. Nach einem Jahr Haft wurde ihm die restliche Strafzeit erlassen. Er gründete seine Partei neu. Als Triebfeder der Partei hielt er jahrelang Reden, schüttelte Hände, bis ihm die Machtergreifung gelang.

entwarf eine passende Ideologie, welche Nationales und Soziales verband. In den Wahlen im Juli und November 1932 wurde seine Partei, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, mit 33% der Stimmen die stärkste Partei im Reichstag. Nach einigem Gerangel wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Er bildete sein Kabinett zusammen mit der Deutschnationalen Volkspartei. Die Kluft zwischen Links- und Rechtsparteien war schon so tief, dass die Kommunisten die neue Regierung mit dem Anzünden des Reichstagsgebäudes begrüßten. Darauf erließ Reichspräsident Hindenburg26 26Hindenburg Paul von Beckendorf. 1847-1934. Deutsche Feldmarschall, ab 1925 Reichspräsident. die Notstandsgesetze und verbot die KP. Die Rechtsregierung verlangte weitgehende Machtbefugnisse. Der Reichstag nahm darauf die Ermächtigungsgesetze mit großer Mehrheit an. Diese erlaubten der Regierung Gesetze zu erlassen, ohne sie vorher vom Parlament gutheißen lassen. Der Weg für den Einparteienstaat der Nationalsozialisten war frei. Diejenigen, die diese Alleinherrschaft gefährdeten, kamen ins Arbeitslager. Die Arbeitslosen bekamen eine Schaufel in die Hand, gleich ob der Betreffende Akademiker, Friseurgeselle oder Hilfsarbeiter war. Sie wurden von Meliorationsarbeiten bis zu gerade begonnene Autobahnenbau eingesetzt27.  27Die Demokratie darf einem Arbeitslosen nur eine zumutbare Arbeit anbieten, auch wenn der Staat dabei ökonomisch zugrunde geht. Selbstverständlich wurde die Rüstungsproduktion in Gang gesetzt. Der Kleinbürger Hitler, der nach dem Tode Hindenburgs zum Führer avanciert war, war entschlossen, Deutschlands Platz an der Sonne zurückgewinnen wollen.

10. DIE FORTSETZUNG, ODER DER ZWEITE WELTKRIEG.

Chamberlain erklärte im Britischen Parlament, dass mit der Selbstauflösung der Tschechoslowakei auch die Garantie Großbritanniens wegfiel. Gegen die Einleibung Böhmens in Großdeutschen Reich konnte nichts getan werden. Was ihn zwei Tage später bewegte seiner bisherigen Politik zu entsagen und auf Roosevelts harter Kurs umzuschwenken, blieb ein Geheimnis der großen Politik. Er nahm Churchill, den schärfsten Gegner Deutschlands, in sein Kabinett auf. Bald gab die Britische Regierung eine Garantieerklärung für die Souveränität Polens, Belgiens, Rumäniens, Griechenlands und der Türkei, der sich -auf Roosevelts Ränken hin- Frankreich ebenfalls anschloss1. 1Seit Roosevelt 1936 wiedergewählt wurde, setzte er alles daran, das Neutralitätsgesetz der Vereinigten Staaten nach eigenen Fason zurechtzurücken. In seiner berühmten Boykottrede im Herbst 1937 verlangte er, Japan wegen seiner Aggression gegen China, Italien wegen der Eroberung Abessiniens und Deutschland, wegen seiner Revisionsbestrebungen mit Boykott zu belegen. Gleichzeitig verlangte er die Aufgabe der Neutralitätspolitik der Vereinigten Staaten und fing an die Waffenproduktion in seinem Land zu forcieren, obwohl die meisten Amerikaner gegen die Einmischung in die europäische Angelegenheiten waren! Auch wenn das Neutralitätsgesetz der Vereinigten Staaten für die Regierung bindend war, begann die Rooseveltadministration Druck auf die britische, französische und polnische Regierungen auszuüben, um diese für eine schärfere Politik gegenüber den Achsenmächten zu veranlassen. Auch wenn die britische Armee -laut eigenem Generalstab- nicht in den Lage war, ein Expeditionskorps nach Frankreich, geschweige denn nach Polen, zu entsenden. So musste schnellstens, trotz Ablehnung durch die Labor-Opposition, die allgemeine Wehrpflicht in Großbritannien eingeführt werden.

Nun begann die Diplomatie der Angelsachsen und der Nationalsozialisten einen Wettlauf um den polnischen Kombattanten. Dass die Polen von den drei Konkurrenten nur zu Kanonenfutter gebraucht wurden, das hatte schon die Geschichte erwiesen! Hitler versuchte eine Ausgleich mit Polen zu erreichen, berief sich auf die Sowjetgefahr und wäre mit einem exterritorialen Autobahn und Eisenbahnkorridor als Verbindung -durch Polnisches Gebiet- zwischen den Preußischen Landesteilen einverstanden. Für die polnische Seite war der Ostseezugang ebenso lebenswichtig, wie für Deutschland seine zusammenhängenden Ostprovinzen. Die Angelsachsen brauchten folglich keine große Mühe, um die Polen zu überzeugen, dass sie mit ihrer politischen und militärischen Unterstützung dem Hitler den Garaus machen können.

Die Sowjets waren gerne bereit, in eine große antifaschistische Allianz, mit den Angelsachsen einzusteigen. Roosevelt sandte Stellvertretend den Außenminister von Großbritannien und Frankreich nach Moskau um eine Allianz gegen Deutschland zu schmieden. Stalin verlangte aber ein multilaterales Beistandsabkommen der, Polen, Finnland und den drei baltischen Staaten mit einzog. Nicht nur die Balten, auch die hartnäckigen Polen fürchteten die sowjetischen Verbündeten mehr als den deutschen Feind. Was die angelsächsische Diplomatie mit den Sowjets über die Hegemonie über das Baltikum und Ostpolen schriftlich oder mündlich vereinbarte, ist heute noch Geheimsache. Ohne eine solche Abmachung, wäre doch geziemt, wegen der Verletzung der Souveränität Polens, den Krieg an die Sowjets zu erklären. Tatsächlich kamen all diese Länder -außer Finnland- nach dem Sieg der Alliierten unter sowjetische Herrschaft.

Wie eine Bombe schlug Ende August 1939 die Nachricht ein4, 4Alle Welt war überrascht, nicht aber die Falken im Hintergrund. Sie haben dies genau einkalkuliert und rechneten damit. Roosevelt sagte einmal „In der Politik ist alles vorausgeplant, da gibt es keine Zufälle.”dass Ribbentropp und Molotow5, 5Molotow, Skrjabin Wjatscheslaw Michailovitsch 1890-1986. Sowjetpolitiker in hohen Parteifunktionen. 1939-1956 Außenminister. Deutschland und Sowjetrussland, einen Nichtangriffspakt auf 10 Jahre vereinbart hatten. Ein Geheimzusatz regelte die Demarkationslinie zwischen den Interessensphären beider Großmächte. Demnach sollte Finnland, Estland, Lettland, Ostpolen, östlich der Flüssen San und Narew, zuletzt Bessarabien -neuerlich Moldawien- den Sowjets gehören. Litauen und alles was westlich dieser Demarkationslinie lag, ist deutsches Einflussgebiet. Für die Sowjets war es der richtige Schachzug. Deutschland überließ ebenfalls Ostpolen und das Baltikum, was ihnen die Angelsachsen ohnehin zugebilligt hatten. Sie konnten mit einem Krieg der britisch-französischen Verbündeten gegen Deutschland rechnen. Mit einem Krieg, wobei sich Europas Völker endgültig Zugrunderichten. Nachher, so hoffte Stalin, kann die Rote Armee unter wehenden Fahnen bis zu atlantische Küste marschieren.

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Auch wenn die Wehrmacht vor Moskau gestoppt werden konnte, ein japanischer Angriff von Osten hätte für die Sowjets den Todesstoss gebracht. Wenn Sibirien unter japanische Herrschaft kämmte und das europäische Russland unter deutsche Hegemonie, würde Amerika nie zu Weltmacht aufsteigen können! Von einem Angriff auf Sowjetrussland musste Japan abgehalten werden, koste es was es wolle!

Churchill erwähnte öfters in seinen Memoiren, dass die Amerikaner die Geheimcodes des japanischen Funkverkehrs entziffert hatten. Die Rooseveltleute lasen mit Genugtuung im Bericht des Japanischen Konsuls Hitlers Versprechen: Er werde den Krieg an die Vereinigten Staaten erklären, wenn zwischen Japan und der USA der Kriegzustand eintritt. Selbstverständlich in der Erwartung, dass im Gegenzug Japan ihrerseits, den Krieg an die Sowjetunion erklärt. Voila56, 56Voila. – Sieh da! Da schau her!  das Hintertürchen für Amerikas Kriegseintritt, es musste nur clever aufgestoßen werden. Roosevelt versprach ja seinerzeit an die Regierungen von Polen, Großbritannien und Frankreich militärischen Beistand, um sie gegen die Achsenmächte in den Schlachtenreihe zu stellen.

In den Tagen als Reynaud Roosevelt für die Kriegserklärung an Deutschland aufforderte, überließ seiner Regierung die Kontrolle seiner Grenzen von Indochina zu China an Japan. Damit wurde Tschiang Kai-sheks wichtigster Nachschubweg zu seiner amerikanischen Unterstützer unterbrochen. Unvorstellbar, dass Reynaud ohne Wissen oder Aufforderung Washingtons handelte! Das nächste Jahr räumte die Vichyregierung auf ihrer Indochina-Kolonie, Stützpunkte für Japan ein, um Indochina gegen eventuellen englischen Eroberungsversuche gemeinsam verteidigen können. Im Juli 1941 landeten japanische Truppen in Indochina. Auf diesen Schritt wartete Roosevelt. Washington forderte sofort die Neutralisierung Indochinas. Zum Nachdruck ließ sie alle japanischen Guthaben einfrieren und verhängte das Embargo, bis Japan der Räumungsaufforderung nachkommen würde. Die Holländische Exilregierung in London stellte aus ihrer indonesischen Kolonie ebenfalls die Öllieferungen ein. Japans Industrie blieb ohne Rohstoffe, ohne Öl. So in die Enge getrieben, blieben den Japaner nur zwei Alternativen: Verhungern, oder herausbrechen aus der Blockade.

Die Deutschen standen vor Moskau, die Angelsachsen waren mit der Verteidigung Großbritanniens voll beschäftigt. Japans Militärführung wähnte sich in Asien stark genug, den Angelsachsen die Stirn zu bieten. Japans Botschafter erschien am 7. Dezember 1941, auf 13 Uhr in den Außenministerium der Vereinigten Staaten mit der Kriegserklärung. Roosevelts Minister wusste warum der Botschafter kam und ließ sich Verleugnen. Halbe Stunde später griffen japanische Bomber -nun vor Überreichung der Kriegserklärung- den amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbour58 58Der Angriff auf Pearl Harbour, kam nur für die Besatzung des Stützpunktes aus heiterem Himmel. Die amerikanische Abwehr konnte ja den Geheimcode der Japaner entziffern, so wusste die Rooseveltadministration rechtzeitig Bescheid über die anrückenden Flugzeugträger und die Kriegserklärung, die unterwegs war. Roosevelt brauchte aber etwas Schreckliches um das amerikanische Volk in den Krieg zu hetzen. Darum wurde Pearl Harbour nicht benachrichtigt! auf Hawaii an. Sie zerstörten die im Hafen liegende Pazifikflotte und den Flugplatz samt Flugzeugen. Mehr als 2.400 tote Amerikaner und ebenso viele Verwundete blieben zurück. Zwei Tage später wurde die amerikanische Marinebasis Cavite auf den Philippinen zerbombt. Aus der Luft machten japanische Flieger Jagd auf die übrig gebliebenen gegnerischen Flottenteile. Bei Singapur versenkten sie zwei gerade angekommene britische Panzerkreuzer. Dann landeten japanische Truppen an der Nordküste der Philippinen und vertrieben die amerikanische Armee aus ihren dortigen Stützpunkten. Gleichzeitig besetzten sie alle chinesischen Hafen und auf Weihnachten mussten die Briten in Hongkong kapitulieren. Die uneinnehmbar gehaltene britische Hafenfestung von Singapur wurde Anfang Februar 1942 vom Festland, von Malaysia her überrannt. Mit der Besetzung Birmas wurde den letzten Nachschubweg der Angelsachsen zu ihren chinesischen Verbündeten geschlossen. Außerdem drohte von hier aus, die japanische Invasion auf britisch Indien. Noch Anfang des Jahres 1942 wurden die indonesische Inselwelt, Teile Neuguineas, die Salomonen und Gilbertinseln ebenfalls besetzt. Auf einen Schlag wurde Japans „Asiatische Wollstandsgesellschaft“ Wirklichkeit. Mit einer vermeintlich uneinnehmbaren Festungskette um ihre eigene Inselwelt herum.

Der Angriff auf Amerikaner schrie nach Vergeltung. Die bisherige Geht uns nicht an Stimmung im Lande schlug in eine stürmisch martiale um. Gerade jetzt taten Hitler und Mussolini der Rooseveltregierung den Gefallen, indem sie, am 11. Dezember 1941 den Vereinigten Staaten den Krieg erklärten. Bisher führte nur Roosevelt59 59Das Embargo gegen Japan und die Achsenmächte, sowie den Leih- und Pachtvertrag, dies alles brachte Roosevelt am Rande der Legalität durch, ohne Zustimmung des amerikanischen Volkes. Mit der Kriegserklärung Hitlers wurden seine Vorkehrungen Legalität, gar zu weise Voraussicht. mit seinen Hinterleuten Krieg gegen die Achse. Die überwiegende Mehrheit der Amerikaner drückte die Daumen für Deutschland im Krieg gegen Sowjetrussland. Auf diese Herausforderung hin, mussten sich auch Roosevelts Gegner für das eigene Vaterland entscheiden.

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Bis Moskau hatte die Wehrmacht ein Viertel ihres ursprünglichen Bestandes an Menschen und Material verloren. Verwundet waren 604.000, vermisst oder gefallen 208.000 Soldaten. Niht allein der Verlust erfahrener Kämpfer machte Sorgen, es fehlte einfach an Menschen, um die entstandenen Lücken zu füllen.

Die deutsche Diplomatie suchte vergebens nach neuen Verbündeten. Weder Schweden, noch die Türkei, konnten sie für ihre Sache gewinnen. Hitler bat persönlich Marschall Petain, um Frankreichs Teilname an den Krieg gegen Sowjetrussland, was der Marschall ablehnte. Erlaubte aber die Einsetzung französischen Freiwilligen in Russland. In der Not ersuchte man die Verbündeten um Truppennachschub. Italien schickte seine 8. Armee und Ungarn seine 2. Armee nach Russland. Das vom Bürgerkrieg noch stark geschwächte Spanien entsandte die Blaue Division aus Freiwilligen.

Keine dieser Hilfstruppen waren entsprechend der zeitgemäßen Kriegstechnik gerüstet. Bei den Verhandlungen wurde den Verbündeten Rüstmaterial versprochen. Es fehlte aber bei den Deutschen selbst an allem, so blieb die Umrüstung großenteils nur Versprechen.

Die Sowjets befanden sich in keiner besseren Lage. Zweidrittel ihrer Industrie und die Ukraine, die Kornkammer der Sowjets lagen in deutscher Hand. In Restrussland -ohne Unterstützung der Angelsachsen- drohte der Hungertod. Stalin fürchtete gar die Auflösung seines Heeres. Zu Churchill sprach er über Unruhen und Unzufriedenheit in der Roten Armee und stellte Säuberungen in der Roten Armee in Aussicht.

Die Achsenmächte mussten Sowjetrussland, die einzig übrig gebliebene feindliche Militärmacht auf dem Eurasischen Kontinent, noch im Sommer 1942 schlagen, bevor das ungeheure Potential der amerikanischen Industrie ihre Rüstungsindustrie übertrumpfen konnte.

Eine mit allen Kräften durchgeführte Großoffensive hätte die Rote Armee vernichtend schlagen und den Krieg zugunsten der Achsenmächte entscheiden können!

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Die Rote Armee war den Achsenarmeen in Mannschafstärke immer noch mehrfach überlegen. Die 10-12 Millionen Reservisten, die in der Zwischenzeit größtenteils aktiviert werden konnten, wogen ihre bisherigen Verluste von 4 Millionen in die Gefangenschaft Geratenen, oder gefallenen Kameraden bei weitem auf. Zusätzlich konnten die Sowjets eine Million Neulinge einsetzen, die seit dem Frühling in Ausbildung waren und gerade zum Kriegseinsatz bereit standen.

Außer der zahlenmäßigen Überlegenheit der Russen, tauchten ihre neuen Waffensysteme in immer größeren Mengen auf. Vor allem die T34-Panzer, die mit 7,62cm Langrohrgeschützen bestückt und in Geländegängigkeit den meisten deutschen Tanks überlegen waren. Dann die Stalinorgel oder Katjuscha, die auf Lastwagen montierten Raketensalvenwerfer. Diese konnten einige Sekunden nach dem Abfeuern ihrer Raketen den Standort wechseln, womit sie für den feindlichen Gegenbeschuss unauffindbar waren. Der einzelne Frontsoldat bekam als persönliche Waffe die Maschinenpistole mit Trommelmagazin, die 72 Schüsse fasste. All diese Waffen gehörten zu den besten der Zeit62 62Ohne die Leistungen russischer Ingeneure schmälern zu wollen, konnten diese neuen Waffensysteme nur mit Amerikas Hilfe zustande kommen. Roosevelt ließ schon vor dem Krieg Kaliber und Munition beider Armeen anpassen (die 7,62cm Kanone und Munition sind genau 3 Inch.) Jetzt lieferten die Vereinigten Staaten von Munition über Rohstoffe, Werkzeugmaschinen zur Herstellung dieser Waffen, bis zum Know-how alles, was die Sowjets benötigten; vor allem aber Lebensmittel, da Nahrungsmittel schon in Friedenszeiten in jedem kommunistischen Land knapp waren. Unter dem Sowjetregime funktionierte nur das Militär und was direkt damit zusammenhing.

An der Südfront bei Stalingrad konnten neun sowjetische Armeegruppen zur Gegenoffensive gegen ihren abgekämpften Gegner aufgestellt werden. Neun frischen, vielleicht unerprobten, gegen zwei abgekämpften, aber kampferprobten Armeegruppen. Im Sommer mussten noch einzelne Rotarmisten mit halbfertigen Gewehrkolben den Kampf antreten. Bei der Gegenoffensive kamen die Russen bestens gerüstet hinter neuen T34-Panzern, mit automatischen Gewehren in der Hand und amerikanischen Konserven im Tornister. Dank der Amerikaner besaßen sie so viel Munition, dass sie auf einen einzigen gegnerischen Soldaten 10-20 Granaten abfeuern konnten, bis sie ihn getroffen hatten63. 63Die T34er waren jetzt mit neuen amerikanischen Funkgeräten ausgerüstet. Bisher zogen die Tanks ohne Kommunikationsgeräte in den Kampf, weil der Funkverkehr vom Feind mitgehört werden konnte. Die Amerikaner hatten ihre große Mühe den zuständigen Genossen beizubringen, dass die fehlende Verbindung noch mehr Nachteile bringt.

Die Gegenoffensive der Roten Armee begann am 19. November 1942. Selbstverständlich auf der schwächsten Stellen der Front, mit dem Angriff auf die Nord- und Südflanken, wo die Stellungen der 3. und 4. rumänischen Armee lagen. Bald waren die Rumänen zerstreut und die 6. deutsche Armee in Stalingrad eingekesselt. Die Eingeschlossenen bekamen den Befehl, die Stadt unbedingt zu halten und wurde ihnen jegliche Ausbruchversuch verboten. Zu herstellen der Verbindung mit den Eingeschlossenen, wurde gleich mitte Dezember zwei Panzerkorps, mit einige abgekämpften Divisionen in Marsch gesetzt. Ihre Kräfte reichten aber nicht aus, bis Stalingrad vorzustoßen.

Bei über 40 Grad Kälte waren die Flüsse keine Hindernisse mehr, als die Rote Armee begann, die Frontlinien der Armeegruppe B am Don, von Südosten her Richtung Norden nacheinander aufzureiben. Die italienische 8. Armee erlitt schwere Verluste, doch das Gros konnte sich noch rechzeitig zurückziehen. Der 2. ungarischen Armee erging es schlechter. Sie erhielt die Durchhalteparole. Ihre 34mm Panzerabwehrgeschütze waren zu schwach, den Panzer der T34 zu durchschlagen. So rollte der Angriff der Russen einfach über ihre Köpfe hinweg. Von den 200.000 Mann kamen nur ein Viertel nach hause. Zuletzt musste die 2. deutsche Armee weichen. Trotz des Führerbefehls, „jeder deutsche Soldat soll eine Betonfestung werden“ zogen sie sich mehr oder weniger geordnet zurück, während ihre Südflanke von den übrig gebliebenen der 3. ungarischen Armeechor gedeckt wurde. Auf ende Januar stand die russische Front 200 Kilometer westlich von Stalingrad. Ihr nächstes Ziel war die Armeegruppe A die im Kuban operierte abzuschneiden. Der 4. Panzerarmee konnte aber vor Rostow eine Spalte so lange offen halten, bis sich die 1. Panzerarmee zurückgezogen war. Die 17. Armee bildete auf Befehl ein Brückenkopf in Kuban, vor dem Halbinsel Kertsch, wo sie noch Monate lang durchhielt.

Einstweilen wurde die Lage der in Stalingrad eingeschlossenen 6. Armee aussichtslos. Über die vorgesehene Versorgung durch eine Luftbrücke konnte nur ein drittel den nötigen Materialien eingeflogen werden. Die Luftwaffe verlor bei diesem Aktion um die 1000 Flugzeuge samt Besatzungen. Als weder auf Entlastung, noch mit einem erfolgreichen Ausbruch hoffen konnte, Kapitulierte die 6.Armee am 2 Februar 1942.

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Politiker und Generäle der Verliererseite kamen als Kriegsverbrecher vor Gericht und wurden verurteilt wegen Vorbereitung des Krieges, Völkermord, Verbrechen an den Juden, schlicht Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Als ob der Krieg nicht schon alleine, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit wäre. Der Makel an dem Ganzen waren die Ankläger und die Richter. Die Kläger waren die Gulagkommissare100,100Gulagkommissare. GULAG war das Kürzel für die Verwaltung der Internierungslager der Sowjetunion.  die selbst mehrere Millionen eigene Landsleute in Arbeitslager steckten, mehrere Völker deportierten gar liquidierten. Zuletzt etwa 20 Millionen Europäer aus ihrer Heimat vertrieben hatten. Die Richter stellten die Hintermänner der Bomberkommandos, die Europa zerbombten und die deutschen Städte zu Steinwüsten verwandelten. Die Erbauer der Atombombe, welchen ihre Bomben auf die Zivilbevölkerung abwarfen. Sie werteten die Gräueltaten der Verlierer als Kriegsverbrechen, die eigenen Missetaten aber als gerechte Vergeltung. Folglich hatte sich der Charakter des Krieges seit den Stammeskriegen über die Antike und das Mittelalter bis hin zur Gegenwart nicht geändert. Die Zivilisation des 20. Jahrhundert ergänzte noch die schrecken des Krieges mit zwei neuen Definitionen: Bedingungslose Kapitulation und Kriegsverbrechen. Künftige Kriegsverlierer müssen damit Rechen, für die gleichen Untaten, welche im Laufe des Krieges auch die Sieger begingen, als Kriegsverbrecher verurteilt zu werden! So werden einmal amerikanische Generäle die Bedingungslose Kapitulation unterschreiben müssen, oder sowjetisch-russische, britische Politiker vor den Gerichten anderer Kriegsgewinnler als Kriegsverbrecher stehen.

Kapitulierte nach diesem Weltbrand nur Deutschland oder ganz Europa? Die Bomben, die auf Köln, London, Paris, der Normandie oder Mailand fielen, zerstörten nicht auch das British Empire und das französische Kolonialreich. Der Sieg des Bolschewismus über Deutschland und über Europa bedeutete auch den Sieg der Bolschewiken über Russland101. 101Der Sieg des Bolschewismus bedeutete den Sieg eines anachronistischen Systems, welches die von ihm unterjochten Völker an ihrer geistigen, politischen und ökonomischen Entwicklung hinderte. Folglich zählen die Russen selbst zu den Opfern dieses Systems, die durch Jahrzehnte lange Stagnation und Misswirtschaft ihr Land zugrunde richtete. Die Sieger dieses Krieges waren die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten von Amerika; respektive die Stalin-Clique und die supranationale Finanzoligarchie, welche den Krieg aus Amerika finanzierte. Seit diesem Sieg wurde Politik zwischen Washington und Moskau ausgehandelt. Kein europäischer Staat, geschweige denn Staatsmann, hatte da mitzureden! Der Erste Weltkrieg reichte nicht aus, um Deutschland vollständig zu besiegen. Der zweite Bruderzwist der Europäer degradierte dann nicht nur Deutschland, sonder ganz Europa zur Hälfte zu Satelliten der Sowjetunion und zur anderen Hälfte zu Satelliten der Vereinigten Staaten! Zwei gleichrassige, doch raumfremde Mächte, teilten sich den Sieg und teilten Europa unter sich auf. Mussolinis Orakel: Wer Deutschland besiegt, besiegt Europa ist eingetroffen. Die Nachwelt werde vielleicht ab Mai 1945, das Ende der abendländische Kultur und den beginn die Euro Atlantische Zivilisation rechnen.

11.DER KALTE KRIEG.

Nach Vereinbarung zwischen Sowjetrussland, die Vereinigten Staaten, China und Großbritannien, werden nach dem Krieg, die vier Siegermächte als zukünftigen Weltpolizisten den ewigen Weltfrieden hüten. Bloß ihre ideologischen Differenzen vergaßen sie unter einen Hut zu bringen. So fand jeder Friedenshüter bei dem eigenen ideologischen Monopol des Friedens Kern. Genosse Stalin hielt die Zeit für reif, die „Proletarier“ aller Länder unter seiner Herrschaft zu vereinen. Amerikas Herrscher fanden selbstverständlich ihren liberal kapitalistischen American way of life1 1American way of life. – Amerikanischer Lebensstil. für den richtigen Weg hin zu freedom and peace2. 2freedom and peace. –  Freiheit und Frieden.  Einer der Weltpolizisten, China, befand sich gerade im Bürgerkrieg. Hier prallten schon die ideologischen Differenzen der Kriegsgewinnler aufeinander. Die Sowjetarmee, die nach Japans Zusammenbruch die Mandschurei und Nordchina besetzte, rüstete Mao Tse-tungs³ 3Mao Tse-Tung 1893-1976. Stammte aus hohem kaiserlichem Beamten-Familie, wie die meisten Parteibonzen der kommunistischen Elite Chinas. Er sprach die gewählte Mandarin-Dialekt, kam in einem Palast zur Welt und nicht in der Bauernhütte, wie es dem Volk und vielen Besuchern vorgeführt wird. Nach dem Sieg der Kommunisten im Bürgerkrieg, wurde Mao Staatschef und Diktator Chinas.  Rote Armee auf. Die Amerikaner unterstützten ihre alten Verbündeten, die linksnationale Kuomintang4 4Kuomintang Partei. Linksnationale Partei Chinas. Seit Maos Tod erlebt die Bewegung in China ihre Renaissance, auch wenn sich das heutige Regime kommunistisch nennt.  Partei der Tschiang Kai-Schecks5. 5Tschiang Kai-Scheck 1887-1975. Militärisch-politischer Führer der Kuomintang Partei.  Großbritanniens Wirtschaft war bereits an den Folgen des Ersten Weltkrieges zugrunde gegangen und hätte ohne amerikanische Hilfe die Weltkriege nicht durchstehen können! Die fast eine Millionen britischen Soldaten, die am Kriegsende noch unter Waffen standen, konnte sich das Land in weiteren nicht leisten. Frankreich, welches höflicherweise ebenfalls zu den Großmächten gezählt wurde, stand nicht besser als Großbritannien da. In das wieder zur Frankreichs Kolonie gewordene Indochina, rief Ho Chi Minh6 6Ho Chi Minh 1890-1969. Gründer und Initiator der kommunistischen Bewegung in Vietnam. Später kommunistischer Diktator. gerade die kommunistischen Republik Vietnam aus. So kam der ewige Frieden wieder einmal zu kurz.

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Im Spätsommer 1946 wurden allen vier Sektoren Berlins Wahlen durchgeführt, bei denen die Kommunisten trotzt aller angewendeten Wahltricks, nicht einmal 20% der Stimmen erhielten. Schon hier begann der Streit zwischen den Besatzern, wessen Leute, respektive welche Partei die Stadt regieren dürfe. Der Streit wurde mit der Polarisation der Welt um die zwei Supermächte herum immer hitziger. Im Frühsommer 1948 zog dann die Berliner Stadtregierung vom sowjetischen Sektor nach Westberlin um. Darauf bildeten die Russen eine separate Stadtregierung im Ostsektor. Zur gleichen Zeit wurde wegen der uferlos ausartenden Inflation die Valutareform dringend nötig. Die Valutenfrage führte dann zum endgültigen Bruch zwischen den ehemaligen Verbündeten. Die Westalliierten führten in ihren Zonen und in Berlins Westsektoren eine Valutenreform durch. Zwei Tage später gaben die Sowjets in der Ostzone ebenfalls neues Geld heraus und zogen ihre Vertreter aus dem Alliierten Kontrollrat zurück. Zusätzlich sperrten sie die Land- und Wasserwege, die durch ihre Zone führten, sowohl für Waren als auch für Personen nach Westberlin.

Die Amerikaner organisierten eine Luftbrücke zu den Westzonen Berlins, wobei sie von Lebensmitteln über Treibstoffe oder Kohle, alles was eine Zweimillionenstadt zum Überleben benötigte, herbeischafften. Eventuell diente diese Kraftprobe dem Frieden. Die Luftbrücke bewies die Ernsthaftigkeit von Trumans Containment11 11Containment – Eindämmung (den sowjetischen Expansionsdrang.) Politik und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der US-Armee.

Zuletzt mussten die Angelsachsen feststellen, dass zwischen allen Völkern Europas nur die Deutschen imstande waren, die Rote Armee aufzuhalten. Folglich musste Deutschland so schnell wie möglich in ihr System integriert werden. In Trizonia stellten sie einen Verfassungsrat zusammen, welcher die Verfassung des westlichen Deutschlands ausarbeiteten sollte. Die Deutschen ihrerseits entsagten ihrem früheren nationalen Regime und wählten die von der Siegerpresse vorgeschriebenen Parteien. In der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland bildeten die bürgerlichen Christdemokraten die neue Regierung und die Sozialdemokraten die Opposition. In der sowjetischen Besatzungszone stellten die Sowjets aus der Einheitspartei, die Regierung der Deutschen Demokratische Republik. So entstanden zwei deutsche Staaten mit gegeneinander gerichteter Staatsraison. Zufall oder Absicht? Damit wurden Deutschland und Europa endgültig als Gegner und Machtfaktor ausgeschaltet.

Für die westeuropäischen Völker war es sehr angenehm, sich unter dem Schutzschild der Amerikaner nur um das eigene Wohl kümmern zu können; dafür nahmen sie gerne die amerikanische Hegemonie in Kauf. Angesichts des ungeheuer mächtig scheinenden Sowjetreiches waren es nun die Angelsachsen, welche die europäischen Staaten zu einem Bündnis drängten. Großbritannien, Frankreich, die Benelux Staaten und Dänemark gründeten 1948 die West Europa Union. Zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit schloss sich Schweden ebenfalls an. Während der Berlinblockade schlossen sich die Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien, Frankreich, die Benelux-Staaten, Norwegen, Dänemark, Island, Italien und Portugal im Nord-Atlantischen Verteidigungsbündnis zur NATO zusammen. Stalin, mit der Entschlossenheit der Westalliierten konfrontiert, die nicht gewillt waren Berlin aufzugeben, löste die Berlinblokade auf.

Die vom Sowjetreich besetzten Ost und mitteleuropäische Länder gründeten auf Moskauer Ukas hin Gegenstücke zu den westlichen Bündnsse. Zuerst den Rat der gegenseitigen Wirtschaftshilfe COMECON, zwischen der Sowjetunion, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Bulgarien und Ungarn, zu dem sich später die DDR anschloss. Später dann einen Militärpakt, den Warschauer Vertrag.

Im chinesischen Bürgerkrieg, der seit 1927 tobte, siegten die Kommunisten mit russischen Waffen und verdrängten die nationale Regierung auf die südchinesische Insel Taiwan. Die Nationalen wurden zwar von der amerikanischen Regierung unterstützt, aber gleichzeitig von der amerikanischen Presse verunglimpft. Zu Niedergang der Kuomintang Regime gab auch die, in den zwanzigjährigen Bürgerkrieg schreckliche Ausmaß genommene Korruption sein Beitrag. In Peking rief der Mandarinennachkomme Mao Tse-tung am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China aus. Somit wuchs das bolschewistische „Friedenslager“ auf 900 Millionen Sklaven an.

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Die arabische Welt hatte ihre Glanzzeit in dem Jahrtausend, zwischen dem Untergang des weströmischen Imperiums bis zum Beginn der abendländischen Kultur. In ihrer Zeit zogen sie die nordafrikanischen Völker, die Türkvölker, die arischen Perser, die Völker Nordindiens und die Völker der Malaischen Inselwelt in ihren Bannkreis. Die gemeinsame Religion dieser Völker, der Islam, erwies sich bis heute stark genug, um den Kommunismus, vielleicht aber auch die Globalisation abzuwehren. Der Ölreichtum Persiens, der Arabischen Halbinsel und Libyens erlaubten diesen Staaten, eine von den Machtblöcken unabhängige Politik zu betreiben.

Die Islamländer, außer der Türkei und Afghanistan waren Kolonien der Alliierten des letzten Weltkrieges, oder sie wurden im Laufe des Krieges von ihnen besetzt. Nach dem Krieg drängten die Amerikaner die alten Kolonialmächte, diese Völker in die Unabhängigkeit zu entlassen. Die amerikanische Finanzoligarchie als Käufer des arabischen Öls glaubte, die Araber kontrollieren zu können. Außerdem etablierten sie den Staat Israel im Nahen Osten als verlängerten Arm Amerikas36. 36Andere halten die amerikanische Regierung für den verlängerten Arm Israels. Es geht der Spruch um: „Der israelische Schwanz wedelt den amerikanischen Hund“.

Selbstverständlich konnten die Sowjets nicht unversucht lassen, um in die arabische Welt einzudringen. So bändelten sie bei Ägyptens Staatspräsidenten Nasser37 37Nasser Gamal Abd el 1918-1970. Ägyptischer Politiker, Ministerpräsident, dann Staatschef. an. Sie boten ihm den Weiterbau des Assuanstaudammes und Rüstungsmaterial an, was die Amerikaner mit Rücksicht auf Israel nicht wollten. Zum Dammbau kamen sowjetische Fachleute nach Ägypten und militärische Ausbilder, um den Ägyptern den Gebrauch modernen Kriegsgeräts beizubringen. Hintenherum unterstützten die Sowjets Marxistenzirkel an ägyptischen Hochschulen und warteten geduldig, dass ihre Saat am Nil aufgehen würde.

Im Sommer 1967 war Ägyptens Armee so weit aufgerüstet, dass sie es mit Israel hätte aufnehmen können. So brannten beide Seiten auf eine Entscheidung. Israels staatliche Existenz konnte keine ebenbürtige Militärmacht im Raume dulden. Die Araber wollten den Fremdkörper Israel von arabischem Boden entfernen. Jeder wartete auf die Gelegenheit, auf den anderen einhauen zu können.

Israel war nicht der erste Aggressor im 20. Jahrhundert, der einen Krieg ohne vorherige Kriegserklärung begann38, 38Kriegführen mit nachherige Kriegserklärung wurde im 20. Jahrhundert gang und gebe. Nicht nur Hitler begann ein Präventivkrieg, mit nachträglicher Kriegserklärung gegen Russland. Auch Wilson und Roosevelt führten Krieg gegen die Mittelmächte, indem sie dessen Gegner mit allen Mitteln unterstützten, ohne Ermächtigung des Amerikanischen Volkes oder Parlamentes. als sie am 5. Juni 1967 die gesamte ägyptische Luftstreitmacht am Boden zerbombte. Jetzt konnte sich die israelische Luftwaffe gegen die ägyptischen Panzer wenden und durch Napalmbomben eine nach der anderen ausschalten. Fast ohne Kampf und Verluste standen die israelischen Bodentruppen in drei Tagen am Suezkanal und einen Tag später besetzten sie den ganzen Sinai. Jordaniens leicht gerüstete Beduinenarmee wurde durch Napalmbomben dezimiert und hinter den Jordan vertrieben. Das Westjordanland mit Jerusalem war in jüdischer Hand. Am sechsten Tag erstürmten israelische Truppen die strategisch wichtigen Golanhöhen von Syrien. Groß-Israel, der Traum vieler Juden, war in diesem „Sechstagekrieg“ Wirklichkeit geworden; mit Grenzen, die strategisch verteidigt werden konnten. Dieses Groß-Israel ist aber, wie alle Judenstaaten der Geschichte, ein Kleinstaat auf fremdem Terrain. Ein Drittel seiner Einwohner, die eigentlichen Ureinwohner, sind entrechtete Palästinenser. Diese unerwünschten, erduldeten Fremdlinge lehnen den Judenstaat ab und bekämpfen ihn mit allen Mitteln, die ihnen die Gelegenheit gerade bietet.

Schon Moses vermachte seinem Volke, sie sollten sich der Kanaaniter entledigen, sonst verlören die Juden das eroberte Land. Mit Rücksicht auf die Nachbarländer konnten die Hebräer diesen Befehl Moses nicht ausführen. Gleich wie groß heute der jüdische Einfluss auf Amerikas Regierung sein mag, gerade Amerika hindert Israel daran, Moses Vermächtnis auf die Palästinenser anzuwenden. So befindet sich jeder Judenstaat auf palästinensischem Boden in diesem Circulus vitiosus!  39  39Circulus vitiosus-Teufelskreis.

Israel hat noch drei, höchstens vier Generationen Zeit, um sich mit seinen Nachbarn einen Vergleich zu finden. In 100 Jahren gibt es in Amerika mehr Neger als Yankee. Die Ladinos werden Kalifornien, Texas, Florida, Kalifornien und andere Gebiete, in welchen sie die Mehrheit der Bevölkerung stellen, rückfordern. Der Schutzpatron Amerika zerbricht an seinen Rassenkonflikten. In Arabien verebbt zwar bald der Ölsegen, aber der Sonnenschein als künftiger Energielieferant bleibt erhalten! Energie im Überschuss lockt die Industrie herbei… Die Welt dreht sich veränderten Machtkonstellationen entgegen!

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Afghanistan bedeutete für Russland einen Schritt mehr in Richtung Indischer Ozean. Denn gerade im fehlenden Zugang zum offenen Meer lag das Verhängnis aller eurasischen Steppenmächte. Schon im 19. Jahrhundert war Russland im Begriff Afghanistan zu okkupieren, als ihm Großbritannien zuvorkam und Truppen nach Afghanistan entsandte. Die Kolonisation misslang den Engländern und fünf Jahre später unterschrieben sie einen Friedensvertrag mit den Afghanen, mit der einzigen Bedingung, dass ihre Truppen das Land ungeschoren verlassen durften. Den Sowjets erging es ähnlich wie den Engländern. Sie fanden sich nicht einer Armee, sondern in jedem Tal und hinter jedem Hügel einer neuen Guerillatruppe gegenüber. Die Aufständischen gegen die Sowjets, wurden reichlich von den Amerikanern mit Rüstung versorgt, so dass sie mit gleichwertig modernen Waffen ihrem Gegner trotzen konnten. Nach zehn Jahren Krieg musste die Rote Armee Afghanistan bedingungslos räumen. Bedingungslos! Erinnere!

Mit dem Rückzug war für das Sowjetreich das Afghanistandesaster noch nicht ausgestanden. Der Erfolg der Afghanen steckte die Türk und Moslemvölker an, die sich unter sowjetischem Joch befanden. Die Mudjahedin61 61Mudjahedin – Glaubenskämpfer des Islam.  trugen den Krieg nach Tschetschenien. Bis an die ethnischen Grenzen Russlands.

Der persische Schuss ging für beide Supermächte nach hinten los. Das neue Regime stand ihrer messianischen Politik noch ablehnender gegenüber, als das vorherige.

Zwischen fast allen Nachbarstaaten der Welt bestanden Differenzen um den Verlauf ihrer Grenzen. Zwischen dem Irak und dem Iran geht der Streit um die östliche Statt el Arab und einige strategisch wichtige Inseln im Persischen Golf. Die Supermächte brauchten nur den Irak aufzurüsten und zu warten, bis das eher säkulare Bath62 62Bath Partei – Herrschende Partei in Syrien und im Irak, mit arabisch-nationalem Trend.-Regime von Saddam Hussein63 63Husain Saddam 1937-2007 – Zuerst Vorsitzender der arabisch-nationalen Bath-Partei, dann Staatspräsident des Irak. Nachdem die Angelsachsen den Irak besetzten, haben ihn in einen Schauprozess verurteilen und hinrichten lassen. die Mullahs in Persien abserviert. Auf der anderen Seite konnten die Perser dank der Ölreserven ihr Arsenal ebenfalls „up to date“ 64 64up to date – auf neuestem Stand.  halten. Den Krieg, der im September 1980 begann, traten die Gegner gleich stark, mit den modernsten Waffen der Zeit gerüstet an. Das Ergebnis waren unzählige Tote und Verwundete, aber Erfolg konnte keine der Seiten für sich herbeibomben. Nach acht Jahren siegte die Vernunft und der Krieg wurde beendet; ohne Sieger aber auch ohne Besiegte.

Allgemein existiert ein System, welches die Welt regiert, vier bis fünf Generationen lang, um dann einem neuen Regime den Weg zu räumen. Der Bolschewismus gehörte nicht zu dem zeitkonformen  Regime, weil es den Zeitgeist des 20. Jahrhunderts entgegenlief. Sein über 70-jähriges Bestehen verdankte er seinen Konkurrenten; dem Nationalsozialismus und dem Liberalismus, als das Sowjetreich gegen Deutschland automatisch Amerikas Kombattant wurde. Dank seiner Partner eroberte das eurasische Sowjetreich, zum Kriegsende das halbe Europa und behielt eben, seinen eroberten Teil. Der Sieg und der Gebietszuwachs erhöhten das Ansehen des Regimes auf Jahre. Durch Washingtons ungeschickte Politik wurde China ebenfalls kommunistisch. Oder fürchtete Washington ein Rot China weniger als ein nationales China? In den 50er Jahren flammten die Freiheitskämpfe der Ostdeutschen, Polen und Ungarn auf. Nur ein Funke fehlte, um in Moskau die Feuersbrunst der Unzufriedenheit zu entfachen. Aber Washington ließ die Freiheitskämpfer im Stich.

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Mit Maos Tod 1976 endete in China das bolschewistische Wirtschaftssystem. Die Mehrheit der Parteifunktionäre waren sich einig: wenn China im Wettbewerb der Nationen schritt halten wolle, müsse sich auf das modernste Wirtschaftssystem der Zeit, auf die freie Marktwirtschaft, umstellen. Schon in Maos letzte Tage setzten sich die Reformer im Zentralkomitee durch. Einige Tage nach Maos Tod wurde seiner Witwe und Ihrer „Viererbande“ 65 65Viererbande – Um Maos Witwe Jiang Qing formierten sich die Reformgegner. Als die Reformisten die Macht gewannen, wurde ihren vier Tonangebern der Prozess  gemacht und wurden zum Tode verurteilt. Sie durften aber ihre Taten bereuen und am Leben bleiben. Kleine Missetäter, schon wegen wiederholten Fahrraddiebstahl, werden dagegen gnadenlos hingerichtet. verhaftet. Bald kam, der von Mao selbst erwählte Nachfolger, Hua Guo-feng66 66Hua Guo-feng 1920 – 2008 Chinesischer Politiker Maos Mann; nach Maos Tod Ministerpräsident und einige Tage lang Vorsitzender der Partei. in die Versenkung. Der kleinwüchsige Teng Hsiao-ping67 67Teng Hsiao-ping 1904-1997 – Chinesischer, kommunistischer Politiker. Träger hoher Staats- und Parteiämter; zuletzt Vorsitzender der Zentralen Militärkommission. wurde der neue starke Mann.

 

Zu dieser Zeit kam ein afrikanischer Potentat nach Peking und bat um Unterstützung bei der Umstaltung seines Landes nach Maos Ideen. Die Chinesen rieten ihm, er möge sich diesen Blödsinn aus dem Kopf schlagen, da die sozialistische Planwirtschaft in die Irre führe und schickten ihn nach Hause.

 

Die Bauern erhielten ihr Land zurück, Handwerker sowie Händler durften eigene Geschäfte eröffnen. Grossbetriebe blieben vorerst beim Staat. Vor allem aber die Banken, die Fundamente des Turbokapitalizmus behielt der Staat im eigenen Besitz. Nach kurzer Zeit breitete sich in China ein bescheidener Wohlstand aus. Das relativ liberale Wirtschaftsleben änderte die Denkweise der Bürger. China zählt nicht zum Kulturkreis des Abendlandes. Doch der Bann des liberalen Zeitgeistes des Abendlandes tat hier ebenfalls seine Wirkung. Ende der 80er Jahre formierte sich eine Opposition, welche die Demokratisierung des politischen Lebens, von der Parteihierarchie forderte. Mutige junge Leute, darunter Studenten der Hochschulen, demonstrierten Tag für Tag landesweit, vor allem aber auf dem Tienanmen Platz68 68Tienanmen Platz – der Platz des himmlischen Friedens; zentraler Platz in Peking. in Pekings Zentrum. Zuletzt waren sie über 100.000, die für die politischen Freiheiten eintraten. Transparente und Wandzeitungen nannten die Führung faschistisch. Tatsächlich stand das neue Regime mit freier Wirtschaft aber straffer politischer Ordnung näher dem Faschismus, als zu der dem Bolschewismus oder der liberalen Demokratie! Die Politiker konnten den Trend der Wirtschaft kurzfristig ändern, behielten aber die politische Diktatur bei, da sie die Macht nicht verlieren wollten. Es liegt in der Natur der Sache, dass die freie Wirtschaft mehr Zeit benötigt, um ein unzeitgemäßes Politsystem an sich anzupassen, als umgekehrt. Zuletzt verdrängt das Zeitgemäße das Anachronistische. Wie lange aber die Liberale Demokratie zeitgemäß bleibt? Ist eine andere Frage!

 

Im Herbst 1989 zeigten Maos Jünger, wer Herr am Tienanmen Platz ist und ließen die Demonstranten mit Panzern niederwalzen. Nach Augenzeugenberichten blieben 3.600 Tote auf dem Platz des Himmlischen Friedens zurück.